A la prochaine exklusivität

Der Balance-Akt

Wer viel arbeitet, hat kaum Zeit zum Schlafen. Noch weniger zum Trinken, es sei denn natürlich, er knapst die Zeit vom Arbeiten oder Schlafen ab. Wer viel trinkt und wenig schläft, steht jedoch leider relativ schnell ohne Arbeit da. Es sei denn, er ist TV-Journalist – aber wer will das schon sein? Wer hingegen viel schläft, hat irgendwann keine Lust mehr zum Arbeiten. Dann aber macht auch das Trinken weniger Spaß. Das ist wirklich ernüchternd.

Jeder halbwegs vernünftige Mensch wird nun einwenden, die Reduktion des Lebens auf diese drei Teilbereiche sei nicht zulässig. Was sei denn beispielsweise mit Sozialkontakten, mit Essen, mit Sport? Okay. Das Grundproblem der Stellschrauben und der vielen unbefriedigenden Konstellationen jedoch bleibt.

Wer viel isst, wird nämlich recht bald zu träge für den Sport, eines Tages vielleicht auch für Sozialkontakte. Wer sehr viele Sozialkontakte hat, kann diese nicht nur bei XING anklicken, sondern sich auch in angesagten Kaffeespezialitäten-Restaurants mit ihnen treffen. Wo bleibt dann aber Raum für die körperliche Ertüchtigung? Wer wiederum regelmäßig Sport treibt, muss die verbrauchte Energie seinem Körper wieder zuführen, am besten in Form von Power-Riegeln. Wer allerdings viele Power-Riegel isst, wird von seinen verbliebenen Sozialkontakten früher oder später ausgelacht. Mit Recht!

Wer Sozialkontakte unterhält, sich bewegt und sich ernährt, muss zudem natürlich auch irgendwann trinken und schlafen. Wohldosiert, versteht sich. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Die Fähigkeit zur Balance ist gefragt, immer und überall. Der Exzess hingegen ist zutiefst daseinsfeindlich. Der Exzess hat nämlich sonst nichts zu tun.

Wer übrigens zu viele sonderbare Texte in Blogs liest, hat kaum die Zeit dazu, selbst solche zu verfassen. Das ist gut.

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