exklusivität

Oktober 26th, 2007

“Ich möchte Exklusivität”, sagt sie. “Ich möchte nicht betrogen werden.”

Sie sagt zweimal “ich” und wir stehen Hand in Hand dort, wo eine große, glänzende Straße beginnt, die irgendwo verheißungsvoll mit dem Horizont verschmilzt.

Und ich sehe sie an, sehe auf die Straße und frage mich, ob ich in ihrem “ich” noch vorkommen werde, sobald wir den ersten Schritt getan haben auf dieser Straße.

Denn trotz und vielleicht auch wegen ihrer sinnlichen Augen weiß ich, dass ich! alleine wohl sicherer gehen würde. Ihren Gang, ihre Schritte kenne ich nicht.

Und daher höre ich nur ihr “ich”.

Cicogna



Der Balance-Akt

Oktober 24th, 2007

Wer viel arbeitet, hat kaum Zeit zum Schlafen. Noch weniger zum Trinken, es sei denn natürlich, er knapst die Zeit vom Arbeiten oder Schlafen ab. Wer viel trinkt und wenig schläft, steht jedoch leider relativ schnell ohne Arbeit da. Es sei denn, er ist TV-Journalist – aber wer will das schon sein? Wer hingegen viel schläft, hat irgendwann keine Lust mehr zum Arbeiten. Dann aber macht auch das Trinken weniger Spaß. Das ist wirklich ernüchternd.

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Christian Helms



Gelbweiße Laken

September 28th, 2007

Für Anouk Weiterlesen »

Paul Hofmann



An ihrer statt.

September 19th, 2007

„Können wir bitte Delta Radio hören?“

Der Taxifahrer beschäftigte sich mit dem Finden des Senders während die Atmosphäre durch ihr beider Schweigen bestimmt war.

Sie nahm sich eine seiner Zigaretten aus der Mittelkonsole.
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Nordvest



Nackt

September 7th, 2007

Schlaftrunken schäle ich mich aus dem großen weißen Bett. Es ist totenstill. Glücklich still in diesem Hotel. Ich kann über die Dächer der fremden Stadt sehen. Bis zum Hafen. Und über dem ganzen hängt ein bleigrauer Himmel, als hätte jemand meine Stimmung übers Land gebreitet. Ich fühle mich wohl in diesem Himmel, den Regenfetzen, die dazwischen hängen. Ich stehe kaum auf meinen Beinen, mit einem halbklaren Gedanken und kokettiere schon mit meinem Leiden.
Da ist natürlich zuerst der Gin, der noch in meinen Adern schwimmt. Generös eingeflösst vom Bartender meines Vertrauens in dieser Stadt. Mit hohen Volumenprozenten, jeder Schluck eine mondäne Geste. Das rede ich mir zumindest ein, als ich meine roten Augen im Spiegel mustere. Und mit dem Blick in meine Augen kommt auch schon die Erinnerung an das Gesicht, das ich jetzt gerne sehen würde. Und nicht kann.

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Cicogna



Nights in White Satin

August 14th, 2007

Wodka.

Sto Gram.

In Brot getaucht um das Heute zu vergessen

und mich an Vergessenes erinnern zu können. Weiterlesen »

Paul Hofmann



Sloth

August 4th, 2007

Es ist nicht, dass er nicht wüsste
was zu tun wäre.
Es ist eher, dass er nicht weiss
was nicht zu tun ist.

Es ist nicht, dass er keine Sorgen hätte
wie sie jedermann hat.
Eher ist es, dass er sich keine neuen macht
- wie soviele. Weiterlesen »

Paul Hofmann



Hand und Schulter

Juni 25th, 2007

Immer macht der Junge das. Das Mädchen lässt ja sogar ihre Arme hängen. Manchmal würde sie ihn gerne wegstoßen, aber soweit geht sie nicht. Sollte sie vielleicht, denn er legt nicht nur seine Hand auf ihr Schulter, sondern er zieht sie an sich. Egal wo, auf dem Weg durch die Fußgängerzone, im Café, auf seinem Zimmer sowieso und auch jetzt, im Biergarten.

Dabei sitzt seine Mutter sogar gegenüber.

Vielleicht gerade deshalb. “Seht her, sie gehört mir.” Und jetzt kann sie sich noch weniger wehren. Jetzt wäre sie vielleicht sogar froh, wenn sein Hand nur auf ihrer Schulter läge und nicht ihren Rücken hinabwanderte bis zu ihrer Hüfte. Er tastet nach dem Streifen nackter Haut, gleitet mit dem Daumen unter ihr T-Shirt, mit seinem kleinen Finger in den Bund ihrer Hose.

Die Mutter sagt: “Es ist so schön, euch so zu sehen.”

Das Mädchen greift zum Maßkrug und trinkt und trinkt. Der Junge schiebt ihr T-Shirt nach oben, seine ganze Hand liegt jetzt auf nackter Haut. Das Mädchen ist sicher, der Mann hinter ihnen starrt sie an. Sie lässt den Krug auf den Tisch zurück fallen. Das Geschirr scheppert. Sie sagt: “Nein.”

Jürgen Albertsen



Cicogna

Juni 21st, 2007

Verband früher Hölzer miteinander, dann verschiedene Flüssigkeiten und
neuerdings versucht er selbiges auch mit Worten. Diese halten noch
nicht immer zusammen, aber es wird.

Mathias Richel



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