will wieder die Welt entdecken mit Blumenflecken auf meinem Kleid, das viel zu dünn ist für die frühe Frühlingsluft im März… will in Gummistiefeln über Feldstoppeln hoppeln und vor Lachen in die Knie gehen, weil ich mich wie ein Hase fühle, der noch lange nicht abgeschlachtet wird, nur mein Knie ist aufgeschlagen, aber das macht gar nichts, weil ich bin mutig und wild und ungestüm und niemand kann mich Wirbel bremsen, wie niemand den Wind einfangen kann. Danach bin ich bettlägrig , aber glücklich. Will wieder sechs sein und an meinem Geburtstag von meinem Vater lernen, wie man aus Gänseblümchen Kränze flechtet, nicht, wie man sich fühlt, wenn ein Mann einen verlässt und nur noch als Gespenst Dein Leben betrachtet, wie Du Dich betrachtest, mit sechs: allein vor dem Spiegel in Mamas hohen Schuhen, weil Du nicht warten kannst… nicht warten kannst… nicht warten kannst… dass Du erwachsen bist, endlich erwachsen. Mit einer Unterschrift, keiner Kinderschrift, und einem Mann, nicht nur verflüchtigter Vaterfigur. Niemand erzählt Dir von den Herzbrüchen und Anstrengungen und dem Fallen, das keine wunden Knie, nur eine wunde Seele schürft, und alles Aufrappeln und keiner spricht davon, dass Du nie wieder so glücklich sein wirst wie jetzt mit sechs, weil Du zu jung dafür bist. Dafür lesen sie Dir Märchen vor, die Dich Dein Leben lang verfolgen und Deinen Blick schärfen wie ein Schafott für den Prinzen, der immer nur in Froschgestalt angehoppelt kommt, und Du wirst vergessen, dass er nicht durch den Kuss, sondern durch das Platschen an die Wand erlöst wurde und wirst Dich fragen: wer erlöst Dich? Draußen der Wind und Dein Baumhaus, mit sechs, und Dein imaginärer Freund, mit dem Du immer reden kannst, wenn niemand da ist oder keiner Dir zuhört. Oder die Fingerspitzen Deiner Oma, die Dir beim Fernsehen den Nacken krault, wie es nie wieder jemand tun wird. Oder ein Bienchen. Oder ein Eis am Stiel. Oder nur einmal schneller rennen als der schnellste Läufer der Klasse, den Du überrundest, als ihr Euch nur warm lauft…
Ein Bekannter meiner Mutter meinte mal: Wenn Du es richtig anstellst, ist einmal Kindheit genug…
Ich hab da wohl was falsch gemacht.
Peh
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