Beilage rechts, links das Fleisch

April 27th, 2007

Nennen wir sie Silke.

Silke steht ein wenig krumm. Die Türkin ist kleiner als sie — und dicker. Alle sind dicker hier.

Die Türkin sagt: “Die Beilage haben wir immer hier rechts. Links das Fleisch. Und dahinten den Fisch. Aber nur mittwochs und freitags.”

Silke trägt noch keine Kittelschürze. “Für dich müssen wir erst einmal eine finden”, hat die Türkin gesagt. Und so, in Jeans und Top und mit offenem Haar, sieht Silke aus, als hätte sie sich aus einer der Agenturen hierher verirrt. Zu groß, zu blond, zu hübsch.

Sie denkt an den Junior. Sie denkt an heute morgen, an ihre Fahrt durch den Park. Es hatte endlich geregnet über Nacht, und es hat nach feuchtem Sandstaub gerochen.

Für den Junior war es ein Morgen wie jeder andere. Doch für Silke nicht. Sie war nicht umgekehrt und nach Hause zurückgefahren. Sie war hierhergekommen.

Silke folgt der Türkin. “Umkleideraum. Wenn du endlich deine Schürze hast, kannst du dich hier umziehen.” Weiter. “Die Küche. Hier hat Herr Jennisch das Sagen. Denkt er!” Die Türkin grinst, und Silke weiß, dass sie auch grinsen muss.

Zurück zur Essensausgabe. Eine halbe Stunde noch, dann machen sie auf. Später wird Silke spülen müssen. Ihren iPod hat sie mitgebracht. Wenn sie schon nicht üben kann, will sie wenigstens ihre Lieder hören.

Über die leeren Tische und Stühle hinweg kann man in den Garten sehen. Draußen dampft es ein bisschen.

Hinter sich hört Silke die Türkin rufen: “Die hier! Die hier müsste dir passen.”

Jürgen Albertsen



Größenwahn

April 23rd, 2007

Als Andreas eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem Riesen verwandelt. Rund vier Meter maß er nun. Die Beine ragten weit unter der Bettdecke hervor und in unscharfer Ferne, am anderen Ende seines Schlafgemachs, existierten seine Zehen gelangweilt nebeneinander her.

“Was ist mit mir geschehen?”, dachte er. Einflussreiche Freunde, die diesen Schub veranlasst haben könnten, hatte er nicht, auch die violetten Pillen hatte er nie wieder angerührt. Es gab hierfür einfach keine sinnvolle Erklärung.

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Christian Helms



Jürgen Albertsen

April 23rd, 2007

Ich wurde geboren, als Willy Brandt Kanzler war. Ich spielte mit Playmobil und lernte den Unterschied zwischen 33 1/3 und 45 Umdrehungen pro Minute kennen. Ich wuchs in Schobüll a. d. Nordsee auf und wohnte in so windigen Orten wie Husum, Flensburg und Hamburg. Manche sagen, ich hätte etwas Anständiges gelernt — Informatiker nämlich — und dass ich nur wegen der Jobs in München wohne. Beides ist nicht wahr. Über das Informatikerdasein rede ich hier nicht, und in München lebe ich, weil es mir gefällt. Auch wenn es hier kein Gewässer gibt, von dessen einem Ufer man nicht das andere sehen könnte.

Die gesammelten Texte von Jürgen auf der Neuen Bodenständigkeit gibt es

nach diesem Klick!

Mathias Richel



Zwillinge

April 22nd, 2007

Irgendwann stehe ich auf und hole mir was zu trinken. Raus aus dem Abteil, die Tür mit einem lauten Rums hinter mir geschlossen, der Pfeil mit Messer und Gabel zeigt nach links. Schlendernd schaue ich in das nächste Abteil und stocke. Zwillinge, junge Frauen, irgendwo am Anfang ihres Studiums sitzen einander auf den Gangplätzen gegenüber und schweigen. Mit ihnen teilen vier alte Frauen das Abteil, was die Attraktivität der beiden noch unterstreicht. Sie sind sehr schön, je länger ich sie betrachte, desto schöner finde ich sie. Rot-braun-haarig, die linke mit etwas längeren Haaren, die Rechte mit etwas ansprechenderen Klamotten. Die Linke trägt ein T-Shirt und eine kurze Jeansjacke. Die Rechte hingegen ein sommerlichen Kleidchen, mit Trägern so breit wie Geschenkband und schwarzen Punkten auf weißem Untergrund.

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Bandini



Neue Bodenständigkeit auf watchberlin.de

April 21st, 2007

Zeit für Eigenwerbung:

“Literatur findet im Internet statt - und nicht nur da: In der Alten Schule auf der Kastanienallee trafen sich vergangenes Wochenende Prosa-Blogger zur “Ersten Lese”"

Mathias Richel



Die Motivation einer weitgehenden Beziehung.

April 20th, 2007

Manchmal passen emotionale Querverbindungen nicht in die gängigen Beziehungsstrukturen wie sie von Kindesbeinen an, an die wissbegierigen Hoffnungen der Demoskopen herangetragen werden. „Moni mag Stefan“, sagt „Meine Fibel“ in der ersten Schulklasse. „Moni liebt Stefan“, sagt das Biologiebuch der sechsten Klasse. „Moni liebt Stefan sehr sehr“, zeigt die Bravo in der Siebten. In der Achten läuft als Handyabo „Moni nimmt Stefan hart“. Nach der Schule zeigt Geissen „Moni liebt Stefan und Thorsten und Silvia“. Im Annoncenteil steht später „Moni heiratet Stefan“. Auf dem Küchentisch irgendwann „Tschüss, Stefan“ und auf den Scheidungsunterlagen „Moni trennt sich von Stefan“. Auf dem Grabstein dann „Moni“ plus irgendein Nachname, den weder Moni noch Stefan bis dato auf dem Schirm hatten. Völlig normal. Passiert täglich. Mit wechselnden Namen und Geschlechtern, aber wer mit wem, das wie und wann – da gibt es immer einen Kausalzusammenhang.

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Mathias Richel



Weekend is the new vacation.

April 20th, 2007

, what more can i say? Deep down in my heart I feel weary and tired, I’d love to take a last minute flight. Holiday, why do you stay away? Let me take you by the hand and lead you through my life and soon I’m pretty sure you’d realize: I’m dreamin’ of vacation, of lyin’ in the sun, till the mobile on my table slams the door. And I’m back doin’ what I’ve done before […]

Damn. Noch nie hat die Weck-List meines iPod die Situation besser widergespiegelt als heute morgen.

In der Bahn dann selbst weiter getextet:

„Nine-to-five, oh my god. Be glad, you’ve got a job. Deep down in your heart, you really know it’s true, goin’ to work is what you’ve got to do.”

Danke Gott, es ist Freitag.

Nordvest



Beweg deinen Arsch - Ein Podcast.

April 19th, 2007

[flash]http://media10.roadkast.com/nb-podcasts/Beweg%20deinen%20Arsch.mp3[/flash]

Mathias Richel



Bilderschau.

April 19th, 2007

?!?.

Mathias Richel



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