Das Besondere im Alltag
Das gibts doch nicht.
Die Leute in der U-Bahn sind gelangweilt. Dabei gibts doch so viel zu sehen. Ich beobachte sie.
Einer sitzt auf dem Sitz wie ein leerer Sacke Kartoffeln. Keien Haltung der Typ. Sein Kopf in die Hand gestützt starrt er vor sich hin. In die Luft. Er starrt Löcher in die Luft. Das sehe ich doch. Auf einen Anderen wurde ich schon aufmerksam, als ich auf die Bahn gewartet habe. Dauert mal wieder Stunden bis sie angerollt kommt. Was solls. Ich hab Zeit. Beobachte die Leute. Dieser Typ hat die ganze Zeit auf etwas in seiner Hand gestarrt. Alle starren sie! Es war sein iPhone. Die ganze Zeit über glotzt er auf dieses kleine Ding in seiner Hand. Bis er aussteigt. Dann die Leute, die wie gebannt auf den Fernseher starren. Als ob das so interssant wäre. Was will ich wissen, welcher Star ein Baby geboren hat, welcher Fussballer in eien andere Mannschaft wechselt, als ob ich wissen will, was die Stars für Streits mit ihren Verwandten, Freunden, Ex-Freunden oder Schwestern haben. Also ob ich das wissen will.
Die Leute, die einfach mit ihrem, wahrscheinlich iPod, dasitzen und Musik hören. Sie sind ganz woanders.
Aber jetzt kommts. Am Lustigsten sind immer noch die Leute, auf die ich sofort aufmerksam werde. Eine Frau sitzt da. Schräg gegenüber von mir. Kerzengerade. Starrt wie viele auf den Bildschirm. Keine Brille. Kneift aber die Augen zusammen, sodass ich meine, sie könne nichts mehr sehen. Legt die Stirn in Falten. Sie hat rötliche Haaare. Gefärbt. Wie viele. Das sieht man. Es ist normal. Keiner merkt es. Nur ich. Ich sitze da. Starre sie an. Beobachte sie stärker als alle anderen. Ich kann es nicht beschreiben. Sie war nicht alt. Sie war nicht jung. Sie hatte sich geschminkt. Es leigt daran, sage ich mir. Ich schaue wieder weg.
Aber kennt ihr das: Ihr seht jemanden, und könnt einfach nicht aufhören, diese Person anzustarren?
Weggeblasen alle Manieren. Vom Winde verweht. So sah auch ihr Haar aus. ziemlich zerzaust. Sie hatt einen langen Pony. Der hing ihr bis in die Augen. Sie leuchteten darunter hervor wie Edelsteine. Ich habe selten solch klare Augen gesehen. Sie waren von einem matten grau bis ins himmelblau. Wieder einmal etwas, das schwer zu beschreiben ist. Was solls. Berufsrisiko.
Wie gesagt. Sie faszinierte mich. Ja, das ist das richtige Wort.
Fazit: Es gibt besondere Menschen. SIe sind dazu da, übe rsie zu rden. Wie die Stars. Deshalb spricht man übe rsie. Deshalb werden sie berühmt. Deshalb starren alle vor sich hin. Deshalb sind tausende von Löchern in der Luft.
Deshalb schreibe ich diesen Text.
Als ob das jemanden interessieren würde.
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