Richten Winterevening In The City

Die bessere Welt und die Wirklichkeit

Es gibt keine Bessere Welt. Es gibt die Wirklichkeit.

Die Weltverschönerer, -verbesserer, -erlöser und -erretter,
die ach so ganzheitlichen nicht minder als die technokratischen
und die Adepten des ökonomischen Ritus oder der Demokratur,
sie alle kennen Ursachen und daran Schuldiges und Schuldige,
dass die Welt nicht ist, wie sie gerade meinen, zu wissen,
dass sie sein sollte :

gerecht, wirtschaftlich, sozial, fromm, schön, lustvoll,
vergnüglich, arbeitsam, tugendhaft.

Wer hätte dies alles nicht schon tausendfach,
aus verschiedenartigst begründet Selbstgerechter
Münder gehört ?!
Sie alle nennen das ihrem heiligen Ziele Widrige

“Das Böse”, “die Schlechtigkeit”, “die Unzucht”, “das Laster”, oder
“das Unwissenschaftliche”, “das Marktwidrige”, “das wirtschaftlich Schädliche”

und wollen es ausnahmslos mit vom Zweck - ihrem Gott -
geheiligten Mitteln tilgen.

Sie wollen ein Licht ohne Schatten, nicht ahnend,
dass genau das mit Blindheit und Verblendung schlägt,
weil ohne Kontraste nichts sichtbar
und so das Licht unnütz.
Lucifer? - Eben!
Phosphoros? - Kein Wunder
geht alles in
“Licht und Flammen” auf!

Sie wollen Beschränkung nach der Seite

ihrer Ängste, ihrer Scham, ihres Ekels,
ihres Hasses, ihrer Traurigkeit, ihres Erniedrigtseins,
ihres Neids und ihres Haders

und wollen Grenzenlosigkeit nach der Seite

ihrer Sehnsüchte, Sentimentalitäten, Anhänglichkeiten,
Geborgenheiten, Ideale, Tagträume und ihres Stolzes.

Kein Wunder, hängt so ein Bild mit Rahmen,
z.B. nur links und unten, schief!

Kein Wunder, lastet die Begrenzung und Verdammnis
schwerer als der Wahn des Unbegrenzten.

Sie wollen “Gott gleich” sein, um ihm zu gefallen,
als ob er sich dadurch verführen liesse
und Nichts durchschaute.

Ihr Wunsch ist’s, keine Verführung durch eine Schlange,
die sie erfunden, als ob Gott Nichts durchschaute
und doch verziehe, seinen Geschöpfen.

Jenseits ihrer gegen das Böse, Schlechte und Feindliche
errichteten Mauern und Wälle und im Zielbereich
ihrer Gewalt-, Vernichtungs- und Zerstörungspotentiale
beginnt die Wirklichkeit.

Sie wollen die Wirklichkeit bezwingen und vernichten
und machen sich zu Sklaven der durch ihren Wahn
von ihnen selbst geschaffenen Not ohne Wirkung.

Sie machen sich zu Knechten ihrer Zwänge,
mit denen Sie die Wirklichkeit bezwingen
statt mit Liebe meistern wollen.

Herrschen heisst Lieben. Sie aber wollen richten
nach erfundenem Mass, um zu beherrschen.
Sie sind die Hörigen ihrer Beschuldigungen,
mit denen sie “Recht” haben statt tun wollen.

One Response to “Die bessere Welt und die Wirklichkeit”

  1. Lisa Says:

    Jaa, eigentlich ganz gut. Toll geschrieben… nur ist mir nicht klar, was du jetzt damit sagen willlst.. Meinst du jetzt: Alle vertseckken sich vor der Wirklichkeit, oder wollen sie verstecken, und sie sehen nicht, was wirklich ist??
    Das Gute… und das Böse
    Die Armut.. und der Reichtum….
    Alles letzten Endes die Wirklichkeit, meinst du das???

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