25 Gründe für einen wesentlich älteren Mann

September 8th, 2007

1 …erzählt nicht so unfassbar viel Blödsinniges

2 nicht mehr lange!

3 begehrt er Dich, wie nie einer zuvor und weiß, dass sein Körper im Vergleich zu Deinem eigentlich schon vorbei ist

4 das weißt Du auch und kannst ihm das Gehirn rausreißen mit

5 Deinen Reizen.

6 Er weiß nicht, dass Du das weißt und
sitzt
tatsächlich
dem Irrglaube auf, Du seist die Unschuld und überhaupt seine einzige

7 Rettung, erstmal

8 fühlst Du danach in seinen Armen die ganze Liebe, die Dein blöder Vater Dir nie gegeben hat.

9 Er will aber nicht Dein Vater sein und betrinkt sich mit Dir

trotzdem

10 denn eigentlich will er es doch.

11 Niemals wirst Du darüber nachdenken,

12 wer den teuren Wein, von dem Du keine Ahnung hast,  bezahlt, denn

13 er macht das

14 und glaubt, es sei Dir wirklich unangenehm

15  – er findet das süß –

16 ist es (Dir) aber nicht, denn: wer soll es denn sonst bezahlen.
Und das ist

17 Harmonie

18 …

19 also — warum nicht auch mal unter der Woche zu ihm gehen,

20 Montag oder Dienstag … und Mittwoch! …

21 Sonntags macht ihr einen Ausflug an den See.

22 “Cremst Du mir den Rücken ein?”
“Ja, dreh’ Dich um” sagst Du. Und entdeckst dabei

23 drei Altersflecken.
Iii!
Sein Gehirn ist inzwischen auch wieder an der richtigen Stelle – auf das Konzert heute Abend gehst Du
Allein.

24 Er wollte sowieso mit Freunden ins Kino.

25 Gut so. Denn da ist ist wieder einer, der…

Laura



angst.

September 1st, 2007

es haben sich getroffen zwei kompromisslose um auf sparflamme an ihrer übereinkunft zu köcheln. bitte verstehen sie, es war so nicht von anfang an gedacht. die flamme war hell und gesund, aber eben auch zart und leicht zu stören. es passierte beim kaffee kochen, vielleicht schon beim ersten. beim kaffee umrühren kam dann die angst vorm alleine sein zu zweit und der möglichkeit irgendwann mal könnte das einzig mögliche geräusch das seitenumschlagen der zeitung und das räuspern danach sein. die angst beider vor dieser angst war groß und es wusste keiner so recht, was er sagen soll, also blieb man erst mal sitzen, harrte aus und besann sich der angst vorm alleine sein. beide schlange und kaninchen zugleich saßen am tisch, guckten ängstlich und äußerten sich: “lass nur, ich mach schon und das finde ich auch”. und so wollten beide abwechselnd beim aus höflichkeit zucker holen für den anderen in der küche sieben mal das gegenteil in die wand meißeln. mit angst im gesicht bot man danach dem anderen vorsichtig lächelnd das geholte an und füchtete den prüfenden blick und die gewissheit, der andere sieht die angst und bekommt es mit der angst zu tun. so hat man also eine weile angst zusammen und arbeitet sich zum ende vor. und dann steht man da, den bitteren nachgeschmack vom letzten schluck des zusammen gekochten kaffees als pelz auf der zunge, angezogen schon, macht den obersten knopf der jacke wieder zu, nimmt den regenschirm, geht vor die tür, und ist endlich wieder allein alleine. man hatte es ja die ganze zeit schon befürchtet.

Laura



I.C.H.

Juli 17th, 2007

Ich weiß es nicht. Wie lange noch? 15:30. O.K. noch dreieinhalb Stunden, dann nachhause, später noch Cookies vielleicht. Erst den Text über das neue Nokia N76 fertig machen, die schalten eine Anzeige. Spiegel-online RSS-Feed: In England fast Leute in die Luft gesprengt, Marokko Terrorwarnung, Islamabad kämpfen bis zum Tod, fit fürs Digitale Zeitalter. E-Mails checken. Es piept, R. schreibt auf Skype. Ich verstehe nicht, warum der nicht aufhört es zu probieren. Ich gehe eine rauchen.

>>hey, alles gut bei dir? später essen?
>>cheers. R.

Ich habe den auf irgendeiner Vernissage kennen gelernt. Seitdem Ficken wir manchmal. Es ist nicht so toll, aber ich mag ihn und manchmal habe ich abends sonst nichts vor.

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Laura



Morgens

Februar 21st, 2007

Es wird hell und ich kann kaum mehr klar sehen. Meine Unterhose hängt raus, die Schminke ist verschmiert und meine Füße sind schwarz vom Disko-Schmutz. Ich rauche eine Zigarette nach der anderen, meine Augen brennen, mir ist alles egal. Die Uhrzeit, wie ich nachhause komme, und wo ich bin, ich weiß es nicht.
Nichts mehr zu trinken. Ich stehe auf, schiebe mich an den Anderen vorbei und suche nach einem Glas, in dem noch was drin ist.
Irgendein Typ spricht mich an. Ich finde ihn nach dem ersten Satz langweilig und lasse mich einladen. Wir unterhalten uns kurz, weil er bezahlt hat. Daniel ist, Projektmanager, seit zwei Jahren in der Stadt und findet die Musik war letzten Donnerstag besser als heute. Ich gehe.

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Laura



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