Neujahr küssen

Dezember 31st, 2006

Vor dem letzten Glockenschlag:
Die Sorgen des Jahres auf Papier
verbrennen und vom Dach wehen lassen
Asche zu Asche, Sorgen zu Staub!

In dieser einen
magischen zeitlosen Sekunde
(00:00)
Einen Silversterkuss rauben
Nicht ohne Kribbeln im Bauch

Danach einen Wunsch
Wünschen, nicht äußern
Auf den ersten Stern
Den man sieht im neuen Jahr

Und Ladies:
Rote Unterwäsche tragen!
(Herren meinetwegen auch)

So will es der Brauch

*

Den Damen und Herren und Lesern der NB einen guten Rutsch und für 2007 alles, vor allem Gesundheit!
p.

Peh



Die Lange Nacht der Museen oder wie mir Arte ein wenig zu nahe kam.

Dezember 29th, 2006

Die Museumsinsel sieht aus wie eine Olympiaeröffnung. Goebbelsche Lichtsäulen schießen in den Himmel und scheinen den Rest der Welt zu bedeuten: “Berlin, hurra, wir leben noch!”

Von irgendwoher hört man digital erzeugtes Vogelgezwitscher. Bildende Kunst.

Die Lange Nacht der Museen. Wir beide mittendrin, am und im Checkpoint Charlie. Touristen gucken. Hier sieht man sie alle: Schulklassen, Zonen-Gabis, Besser-Wessis, IM Christians, James Bonds und natürlich die vier Alliierten in Form von meist gutbeleibten Erlebnisspannern und anstatt mit AK-47 oder M-16, bewaffnet mit Nikon, Sony oder Fuji auf mindestens vier Millionen Pixel.

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Mathias Richel



Nüsse auf die Affen.

Dezember 28th, 2006

Wenn man sie auf die Nieren trifft, also genau punktiert und das Ding dabei noch diesen Drall, diesen Dreh nach links hat, dann wird das was. Die Flugbahn scheint schnurgeradeaus zu gehen – das liegt an der Wucht. Wenn man das aber mal mit einer Hochgeschwindigkeitskamera filmen würde, könnte man diese leicht konzentrische Flugbahn bewundern. Die Luft schneidet und man hört hart den Aufprall.

Eine Walnuss auf die Affen.

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Mathias Richel



Als der Teufel kam

Dezember 27th, 2006

Als der Teufel kam - war er nicht rot.
Sondern Chrom.

In einem wirklich guten deutschen Film über Freundschaft wird gesagt:

Es müsste immer Musik da sein.

Es ist grade Musik da.

[...]

Hörst du?

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Paul Hofmann



Entspannte Weihnachten.

Dezember 23rd, 2006

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern und allen Autorinnen und Autoren ein wunderschönes Fest.

Nehmt euch ein wenig Zeit um runterzukommen, verliebt euch und singt Lieder. Verschenkt und lasst euch beschenken. Freut euch einfach mal zwei, drei Tage lang und denkt nicht an die Arbeit, das Studium oder die Schule. Nutzt Weihnachten um zu schauen, ob es euch gut geht - und wenn dem so ist, freut euch darüber. Wenn nicht, betrachtet die ganzen Sachen und Probleme ein wenig glühweinselig - dann wird das schon.

Nutzt die Chance zur wirklichen Nächstenliebe und gebt den Punker an der Ecke auch mal gern ´ne Kippe oder ein wenig Kohle. Verschenkt eure alten Schlafsäcke -

Und betrachtet das nicht als moraline Pflicht.

Der Neuen Bodenstaendigkeit wünsche ich weiter so tolle Texte und so großartige Menschen hinter diesen Sätzen. Ich wünsche uns noch mehr Leser, noch viel mehr Kommentare und das es so gut weitergeht.

In diesem Sinne - ein tolles Fest euch allen.

Mathias Richel

Mathias Richel



Affront gegen die Jugend. (Oder: Schlafmangel weckt den Spießer in mir.)

Dezember 21st, 2006

Ich werde alt. Und meine jugendlichen Nachbarn bringen mich um den Schlaf. Aber mit Anfang 20 war ich wohl auch so: in erster Linie alternativ. Das hieß damals: Freizeitstudentin mit vielen Semestern ohne Scheine, mit Kindergeld und ein paar Stunden in der Woche Nebenjob, (im besseren Fall Bafög, dann ohne Nebenjob, war bei mir nie der Fall, weil mir das Bafög-Amt nie glauben wollte, dass ich nicht weiß, wo mein Vater ist, oder im noch besseren Fall kommt das Geld von den Eltern weit weit weg), im Schlabberlook aus dem Second Hand Laden, täglich Zigaretten und Kaffee zum Frühstück, mit Freunden in der 1. eigenen Wohnung Zigaretten so viel man will selber drehen & billigen Rotwein aus dem Spätkauf trinken, hinter zugezogenen Gardinen chillen oder am PC die Nacht durchmachen mit ner kleinen Tüte zwischen den Fingern und nicht zu vergessen: laute Musik.

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Peh



_helden:remix

Dezember 20th, 2006

Though nothing will keep us together
we could steal time just for one day

David Bowie

− Athen? Was gibt´s schon über Athen zu sagen. Ein staubiger, stinkender Moloch.
Sie hat aufgehört, sich die überschüssige Haut vom Nagelbett zu pulen und angelt nun mit dem langen Arm nach ihrem Glas. Hält ihre Nase hinein, nippt daran. Ein pelziger Burgunder. Ich habe extra einen Burgunder besorgt. I, I will be king, singt David Bowie.
Den Kopf an das zerschlissene Ohr gelehnt, sitzt sie in ihrem Sessel und lässt die rote Flüssigkeit in ihrem Weinkelch kreisen. Mit der Stiefelspitze beschreibt sie Zirkel in der Luft.
Klaudias Haar ist blonder geworden und länger. Hinters Ohr konnte sie ihre Ponykordeln vorher noch nicht stecken. Ich sehe ihren Puls an der Schläfe pochen, ganz fein. And you, you will be queen.

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Leowee



Evolution of Sex

Dezember 20th, 2006

Du kommst auf die Welt. Du wächst. Du bist ein kleiner Junge.

Du weißt, Mädchen sind doof und der, der am schnellsten rennen kann ist der Chef.

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Paul Hofmann



Zwischen Leben und Sex: Trost. Los!

Dezember 20th, 2006

Es kommen Mails, SMS, Anrufe von denen, nicht viele, die ich davon wissen ließ, dass meine Oma und mit ihr meine halbe Familie gestorben ist. Viel Trost. Der mich kaum erreicht. Ich erfahre davon: an der Bar, hammer Beatz im Ohr, im Killerdress und mit einem fetten Grinsen im Gesicht.
Eine dieser Freitag-Nächte, die gefehlt haben. So lange. So gut.
Bis zur Nachricht…
Als ich sie das letzte Mal sah, hat sie geschlafen, fiebrig zwar, aber ruhig und… ihre 91-jährige Haut war die eines jungen Mädchens: glatt und weich und rosig. Musste lächeln als ich sie so liegen sah. War schön, sie zu berühren, ihr noch was ins Ohr zu flüstern und dann einfach ihre Hand zu halten. Ohne Worte. Aber mit viel Gefühl. Danach ließ ich sie weiterschlafen, ging meine Sparflamme treffen, weil niemand sonst erreichbar war, alle im Sommerurlaub oder im Magisterstress oder einfach nicht erreichbar. Die Sparflamme also, mit der schon lange nichts mehr läuft. Aber ein netter Kerl ist er trotzdem, mit dem man gut in der Goldfisch-Bar sitzen und viel zu gute und viel zu starke Drinks trinken kann.

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Peh



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