Versatzstück - Eine Liebesbeziehung Flow von Muddi, Style von Daddy

Was ich mag. Und was nicht.

Ich mag mein Auto. Seine Roststellen mag ich nicht. Ich mag es, die Reserveleuchte des Tanks herauszufordern. Ich mag den Geruch von Benzin an der Tankstelle. Ich mag es nicht, wenn ich den glatten Eurobetrag beim Tanken nicht erwische.

Ich mag es, früh morgens an Bodennebelfeldern vorbeizufahren. Früh morgens aufstehen mag ich nicht. Ich mag es, auf der Autobahn ganz allein zu sein. Schlange stehen mag ich nicht. Ich mag es, Zigaretten zu drehen. Rauchen mag ich sie aber nicht. Ich mag es nicht, zu Weihnachten Gedichte aufsagen zu müssen. Ich mag Halloween nicht.

Ich mag Semmeln. Ich mag Schoko-Croissants, aber sie sind mir nur selten einen Euro wert. Ich mag Vanilla Coke, aber nur gekühlt. Ich mag Wiener Würstchen, aber wenn ich mehr als eines esse, wird mir schlecht. Ich mag Pizza mit extra Käse, aber ich mag es nicht, wenn mir der Käse den Gaumen verbrennt. Ich mag Rosenkohl. Ich mag Nudeln mit Zucker. Ich mag Toastbrot nur, wenn es nicht zu lange getoastet ist. Ich mag Bier nur in Gesellschaft.

Tore vorzubereiten mag ich lieber, als selbst welche zu schießen. Beides kommt nicht oft vor. Ich mag Bayern München. Ab und zu weiß ich nicht warum. Ich mag Schalke nicht und ich weiß warum. Ich mag mein Forum, obwohl ich mich dort immer seltener wohl gefühlt habe. Ich mag es auf Webseiten zu verlinken, aber ich mag es nicht, dass niemand zu mir verlinkt. Ich mag target=”_blank”. Ich mag Egoshooter nicht, aber hauptsächlich, weil ich es nicht kann. Aus dem selben Grund mag ich China nicht.

Ich mag meinen neuen Monitor, aber ich mag es nicht, dass er laufend flackert und ich nichts dagegen tun kann. Ich mag Firefox. Ich mag Ad-Block. Ich mag Winamp. Ich mag Windows 2000. Ich mag es nicht, dass mein Pokerprogramm ständig abstürzt. Ich mag Pocketpairs, auch wenn man damit oft verliert. Ich mag das Geräusch zerreißenden Papiers.

Ich mag Pearl Jam, die jungen etwas mehr als die alten. Ich mag Johnny Cash, den alten etwas mehr als den jungen. Ich mag Tom Waits in jedem Alter. Ich mag “Hung Up” von Madonna, aber ich mag Madonna nicht. Ich mag es nicht, dass Tocotronic mittlerweile so klingen wie Blumfeld, denn ich mag Blumfeld nicht. Ich mag “The”-Bands, auch wenn sie manchmal kaum auseinander zu halten sind. Ich mochte mal Beck, aber nicht mehr, seitdem ich weiß, dass er bei Scientology ist.

Ich mag J.D. aus Scrubs. Ich mag Dwight Schrute aus The Office. Ich mag House aus Dr. House. Ich mag Bill aus Still Standing. Ich mag RTL nicht. Ich mag es nicht, dass ich seit 11 Wochen abends so müde bin, dass ich bei jedem Film einschlafe, aber ich mag den Grund dafür. Ich mag keinen Klatsch und Tratsch. Ich mag keinen Smalltalk. Ich mag keine Talkshows, obwohl ich schon mal bei Vera am Mittag war. Ich mag keine Gerichtsshows und besonders nicht deren Laiendarsteller.

Ich mag The Big Lebowski und ich wäre gern so ein guter Bowler wie Donnie. Ich mag Ghost Dog. Ich mag Garden State. Ich mag leere Kinos. Ich mag Karaoke nicht. Ich mag mein Übergewicht nicht, bin aber zu faul, etwas dagegen zu tun. Ich mag meine kahle Stelle auf dem Hinterkopf nicht, freue mich aber insgeheim, dass mich die Leute Zinedine Zidane nennen.

Ich mag ausländerfeindliche Gedanken nicht. Ich mag ein paar Türken und Araber nicht. Ich mag viele Deutsche auch nicht. Ich mag Vorurteile nicht, habe aber selbst oft welche. Ich mag den sächsischen Dialekt nicht.

Ich mag die Fundgrube bei IKEA. Ich mag Mathe. Ich mag es, im Bett Sudoku und Kakuro zu spielen, bis ich dabei einschlafe.

[inspiriert von und , ursprünglich bei veröffentlicht]

4 Responses to “Was ich mag. Und was nicht.”

  1. Mathias Richel Says:

    Ich mag diesen Text.

  2. Says:

    Sudoku Games Strategy…

    Sorry, it just sounds like a crazy idea for me :)…

  3. Says:

    Ich mag ja solche Texte, aber ich schlafe auch schnell ein. Don’t prolongue!

    Und vieles von dem, was du aufzählst, ist sehr speziell. Sowas interessiert mich nicht und ödet mich schnell an. Ist, wie seine Popel vom Vorabend zu beschreiben. Nur wenige finden das geil, und wenn, dann nicht sehr lange.

    Aber das akribische Aufzählen hat schon was, so sind sie halt gestrickt, die Muttersöhnchen. Leider immer in Gefahr, in der Ecke zu landen. Wo auch Muttern sie nicht mehr versteht.

  4. Says:

    Sudoku Puzzles Online…

    I couldn’t understand some parts of this article, but it sounds interesting…

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