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	<pubDate>Mon, 25 Aug 2008 10:33:28 +0000</pubDate>
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		<title>Abzählreime.</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Aug 2008 10:17:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias Richel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Alltagsfressen]]></category>

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Man müsste es wie die Chinesen machen, denke ich. Die Chinesen sind auf der Gewinnerstraße. Dieses riesige Reich mit seinen Milliarden Menschen schafft 51 mal Gold und wir deutschen Leistungsverweigerer nur 16. Gut, Allesschönredner könnten jetzt die Sache mit den Menschenrechten, oder die Bevölkerungsanzahl mit der Anzahl der teilnehmenden Arzneimittellabore in Beziehung setzen,  und dann [...]]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://flickr.com/photos/noluck/363908978/"><img class="size-full wp-image-260" title="abzahlreime-pfeile" src="http://neue-bodenstaendigkeit.de/wp-content/uploads/abzahlreime-pfeile.jpg" alt="Pfeile" width="500" height="333" /></a></dt>
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<p class="MsoNormal">Man müsste es wie die Chinesen machen, denke ich. Die Chinesen sind auf der Gewinnerstraße. Dieses riesige Reich mit seinen Milliarden Menschen schafft 51 mal Gold und wir deutschen Leistungsverweigerer nur 16. Gut, Allesschönredner könnten jetzt die Sache mit den Menschenrechten, oder die Bevölkerungsanzahl mit der Anzahl der teilnehmenden Arzneimittellabore in Beziehung setzen,  und dann wäre das ja für Deutschland auch kein schlechter Schnitt, aber im Grunde, und da muss man kein Pharmakologe sein, sind wir doch nur schlechteres Mittelmaß, vor allem in der Pharmakologie. Da fehlt es uns an Konsequenz. Jugendförderung heißt in China Kasernierung und bei uns „e.V.“ Dabei gibt es so viele Parallelen. Auch bei uns hat man die besten Chancen im Sport erfolgreich zu sein, wenn man den Streitmächten beitritt. Sportsoldaten falten nicht nur fabulös die Fahnen der Siegerehrung, sondern verteidigen Deutschland auch auf der Zielgeraden. Und da hilft auch kein verstörter Zwischenruf Béla Réthys bei der Abschlussveranstaltung, dass das ja mit den chinesischen Soldaten gar nicht ginge und irgendwie ja auch nicht zum olympischen Geist passt, wenn man weiß, dass die sympathische deutschen Sportler dort unten nicht nur um die beste Zeit kanuten, sondern im nächsten Moment den spockschen Todesgriff aus dem Ärmel zaubern könnten, den sie bei einer dreitägigen Nahkampfausbildung tief im Hinterland des Natoverbündeten Tschechien gelernt haben. Siegen für das Vaterland.<br />
Man müsste es also wie die Chinesen machen, denke ich, dann wäre vielleicht vieles leichter. Acht Tage in der Woche treffe ich Entscheidungen, meistens für mich allein und kann nicht loslassen, weil die Gedanken kreisen. Und wenn es mir möglich wäre einen altgedienten Chinesenturntrainer zu engagieren, der das Entscheiden für mich übernimmt, ich denke, ich würde es tun. Oder nicht?
</p>
<p class="MsoNormal">Engelchen, Teufelchen, Kopf oder Zahl, rechte und linke Hand, Pro und Contra, ja und nein, im schlimmsten Fall ein „vielleicht“ – wie heilsam wären da Worte, wie „jawohl, sofort und jippiejahey“. Die eigene kleine Diktatur würde mich nicht verschlafen, nichts aufschieben und überhaupt keinen Zweifel lassen. Ich habe ein außerordentlich beschissenes Karma und muss in einem vorherigen Leben eine unglaubliche Nervensäge gewesen sein, denn meine Seele ist ein Basisdemokrat. Die permanente Larmoyanz dieses Typen geht mir wahnsinnig auf den Zeiger. Aber ab jetzt wird mit harter Hand durchregiert. Vertrau mir, ich weiß was gut für dich ist! Ich erfülle den Fünfjahresplan schon in einem Jahr! Mehr Parole braucht mein Leben!</p>
<p class="MsoNormal">Im Moment muss ich aber gar nichts entscheiden. Absolut gar nichts. Null. Im Moment bin ich in so viele kalte Wasser gesprungen und je länger ich darin schwimme, desto wohler fühlt sich mein Körper im Sich-treiben-lassen-Modus. Wenn ich mir jetzt vorstellen würde, der Chinesenturntrainer würde am Beckenrand stehen und mich motivierend zusammen schreien, ich denke, ich würde ihn schreien lassen, bis er platzt. Damit würde er das ganze Schwimmbad einsauen und ich würde seine Fetzen einfach antrocknen und mich dadurch schon gar nicht stören lassen.</p>
<p class="MsoNormal">Raum und Zeit sind mir gerade, in diesem Moment, in diesem Wasser verhasste Konzepte, denn es wird wohl nicht ewig so weiter gehen. Meine Finger sind schon schrumpelig und aus dem Badereifen mit Cuba-Libre-Glas Feststellfunktion entweicht Luft. Ich sollte an den Rand paddeln, mich warm abduschen, mit einem etwas zu hartem Frotteehandtuch die Nässe von der Haut nehmen und mir einen neuen Chinesen suchen. Einer der nicht gleich explodiert, wenn man ihm ein wenig Paroli bietet. Ich lass mich doch nicht anschreien, aber darüber reden können wir gern.</p>
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		<title>A warm restart.</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Aug 2008 11:24:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias Richel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Lesezeichen]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier wird es wieder losgehen. Es gibt viel zu sagen. Bitte bleiben Sie dran.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier wird es wieder losgehen. Es gibt viel zu sagen. Bitte bleiben Sie dran.</p>
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		<title>Heidelberg</title>
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		<pubDate>Mon, 12 May 2008 11:22:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paul Hofmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Stadtfilm]]></category>

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		<description><![CDATA[Er wachte auf.
Es war dunkel draußen.
Ein müdes Gesicht starrte ihn an.
Es war sein eigenes. Die Scheibe reflektierte.
Er saß in einem Reisebus nach Heidelberg. Heidelberg. 
&#8220;Eine total schöne Stadt!&#8221;, sagte einer seiner Kollegen und zwei andere hatten beipflichtend genickt. &#8220;Genau, immer eine Reise wert.&#8221;, &#8220;Total toll da, vor allem das Schloss.&#8221;.
Er meinte draußen etwas wie Regen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er wachte auf.<br />
Es war dunkel draußen.<br />
Ein müdes Gesicht starrte ihn an.<br />
Es war sein eigenes. Die Scheibe reflektierte.<br />
Er saß in einem Reisebus nach Heidelberg. Heidelberg. <span id="more-254"></span><br />
&#8220;Eine total schöne Stadt!&#8221;, sagte einer seiner Kollegen und zwei andere hatten beipflichtend genickt. &#8220;Genau, immer eine Reise wert.&#8221;, &#8220;Total toll da, vor allem das Schloss.&#8221;.</p>
<p>Er meinte draußen etwas wie Regen erspähen zu können, ganz sanfte Wasserfäden sammelten sich horizontal auf der Scheibe, durch die ihn noch immer tiefe Augenringe unter zerknautschten Haaren anblickten.<br />
Alles was er über Heidelberg wusste, waren die Bildunterschriften der Fotos, die an der U-Bahn-Haltestelle Heidelberger Platz ausgehängt waren.<br />
Feuerwerk am Schloss, ein Luftbild mit Ebene und Tal, Fluss und Wald, ein Sowieso-Platz.<br />
Und die Adresse von Paula, die wusste er auch. Er hatte eigentlich nicht vor, zu ihr zu fahren, aber er ahnte schon, dass er trotzdem dort landen würde.<br />
Die Firma hatte ihm einen sehr guten Job in der Leitung einer Abteilung im Ausland angeboten und er hatte Interesse bekundet und war nun unterwegs zu einem Vorstellungsgespräch in der Zentrale.<br />
Er wollte nicht in aller Herrgottsfrühe aufstehen und zum Flughafen fahren müssen und hatte - warum auch immer - eine großzügige Fahrtkostenpauschale zugesichert bekommen und sich entgegen dem teuren Flieger für den günstigeren Bus und eine Nacht mehr im Hotel entschieden.</p>
<p>Er blickte nach links an seiner rentnerischen Sitznachbarin in den Gang, dort schlief ein Geschwisterpärchen selig, das sich auf den ersten 100 Kilometern der Fahrt noch die Haare büschelweise ausgerissen hatte.<br />
Ein Kinderbein ragte in den Gang und wurde von einem älteren Herrn mit Hut sorgfältig umschifft, der sich zur Reisetoilette begab.<br />
Reisetoilette, ein Chemieklo und es ruckelte und stank erbärmlich.<br />
Vorhin war er kurz pissen gewesen auf diesem Stinkloch und obwohl er gekonnt hätte, hatte er sich nicht zum kacken durchringen können.<br />
Jetzt drückte es im After und er freute sich sehr auf das Hotelklo. Aus dem Augenwinkel erhaschte er einen Blick auf eine Kilometeranzeige, Heidelberg 133 Kilometer stand da.<br />
Also noch anderthalb Stunden, das war aushaltbar.</p>
<p>Er dachte an Paula, das letzte mal hatte er sie in Bremen gesehen, dort hatte sie eine Lesung gegeben und ihn quasi angefleht dorthin zu kommen, als sie hörte dass er an diesem Wochenende bei seinen Vater in Oldenburg zu Besuch war.<br />
Also war er gekommen und hatte brav Wache gestanden, als sie sich viel zu lange mit einem geschwätzigen Kleinverleger unterhalten hatte und Geduld geübt, als der Veranstalter mit ihnen noch eine Kleinigkeit trinken gehen wollte. Irgendwann war dann Showtime, er hatte viel zuviel getrunken um ordentlich vögeln zu können und Paula war viel zu nüchtern, um sich auf einen Betrunkenen einlassen zu können. Komisch, er wusste trotzdem noch genau wie es gewesen war, wie sie sich angefühlt hatte. Aber ein guter Fick sah anders aus.<br />
Trotzdem bat sie ihn am morgen inständig nicht zu gehen. Sein Vater wartete auf ihn und am Abend sollte er zurück in Berlin bei Silke sein, er gab ihr einen Stirnkuss, deckte sie bis zum Kinn zu und verschwand Meter für Meter aus dem Zimmer, seine Klamotten einsammelnd und anziehend.</p>
<p>Er schlief ein und wurde von der älteren Dame geweckt, die ihn darauf hinwies, dass der Bus nun gleich in Heidelberg halten würde.<br />
Er nuschelte ein Danke und stieg einige Minuten später aus.<br />
Das Hotel war nicht weit und auf dem Weg dorthin schrieb er Paula eine SMS.</p>
<p>Beim reinkommen in sein Hotelzimmer schaltete er sofort den Fernseher und einen Musikkanal ein und ging ins Bad. Seiner Erwartung entsprechend ging mit berühren des Lichtschalters auch hier die Lautsprecher an. Er freute sich.<br />
Das Klo war weiss und rein, ein echter Scheissealtar.<br />
Er ließ die Hosen runter, setzte sich und schiss.<br />
Eine wunderbare Wurst, lang und geschmeidig, es spritzte nichts hoch und das Klopapier hatte mindestens 100 Lagen und die Klobürste war aus purem Gold.</p>
<p>Er setzte sich auf&#8217;s Bett, schaltete den Fernseher aus, nahm eine kleine Flasche Jägermeister aus der Minibar, trank diese aus, legte sich hin, wichste kontrolliert, kam angenehm, freute sich auf&#8217;s klebrige Laken und das vielleicht angewiderte &#8220;Bäh!&#8221; des Zimmermädchens am nächsten morgen und schlief friedlich ein, die begeisterte Antwort-SMS von Paula nicht mehr wahrnehmend.</p>
<p>Die las er erst am morgen beim ausgiebigen Frühstück, der Gesprächstermin war für 11 Uhr anberaumt und da um 9 bereits das Zimmermädchen klingeln sollte, hatte er sich den Wecker auf 8 gestellt, geduscht, dabei weitere Onanie erwogen aber verworfen - wegens der latenten testosteronen Aggressivität, die er für das Interview zu benötigen vermutete und war in den Frühstsückssaal gegangen.<br />
Es war Freitag und er antwortete ihr, dass er bereits am Nachmittag Zeit haben könnte, sie solle einfach Bescheid sagen und er würde sie dann im Büro abholen. Die prompte Antwort war &#8220;Mach ich, viel Glück! Küsse.&#8221; - er fragte sich, ob das so eine gute Idee gewesen war.<br />
Unter Umständen würde sie ihn das gesamte Wochenende festhalten wollen und je nach Verlauf des Vormittags konnte er schon am frühen Nachmittag gut angepisst von allem in irgendeinem dieser verkackten Kleinstadtcafes verrotten. Er beschloss, dass der Plan für den Abend ein ausgeprägter Alkoholrausch sein sollte, und er würde Paula mit ins Verderben reissen. Soviel stand für ihn fest.</p>
<p>Nach Frühstücksende begab er sich per ÖPNV in die Firmenzentrale, schüttelte ein paar Hände und sah sich einem feisten, aber gut erhaltenen Herrn im mittleren Alter gegenüber, dessen Designerbrille seine Akte widerspiegelt hätte, wenn sie nicht so unglaublich gut entspiegelt gewesen wäre. Stattdessen meinte er zu sehen, dass sich die Akte in den Augen des Herren spiegelte.<br />
Das Gespräch verlief fair, nicht allzu spektakulär und ohne große Überraschungen, einen Hauptteil der Informationen die das Komitee hatte haben wollen, hatten sie vorher sowieso über Abteilungsleiter, Arbeitskollegen und sonstige Firmenspitzel erhalten und wäre das nicht schon überzeugend gewesen, dann wäre er erst gar nicht eingeladen worden.<br />
Es war nun mal eine schwäbische Firma, da zählte ein guter Augenkontakt und ein ordentlicher Händedruck, um zum &#8220;Geschäft&#8221; dazu zu gehören. Eine angenehme Stimme möglicherweise und vielleicht als Hauptkriterium ein gut gesprochenes Englisch, was ihm jedoch am wenigsten Sorgen bereitete.<br />
Ihm war nicht klar ob es so geplant, Zufall oder Sympathie war - aber als es kurz vor zwölf wurde und das Gespräch faktisch bereits beendet war, lud ihn der Brillenfeistmann ein, mit ihm und seinen zwei Beisitzern noch zum Mittagessen zu gehen. Seine eventuell zusätzliche Chance (auch zu verkacken wie ihm auf dem Weg zum Firmenwagenparkplatz klar wurde) wahrnehmend willigte er ein und erlebte ein großartiges Mittagessen aus Schupfnudeln mit Gemüse, leicht und trotzdem vollkommen ausfüllend. Er freute sich auf den Schiss dazu.<br />
Seichte Gespräche über alles andere als den Job, Bundesligaergebnisse, Tagespolitik und Wochenendpläne. Als sie hörten, dass er eine Freundin hier besuchen wollte nickten sie wohlwollend. Ansässige zu kennen schien positiv aufgenommen zu werden. Aber ob das gut war? Er hatte Geschichten gehört von Kollegen, die nicht ins Ausland versetzt wurden, weil sie zu tief in Deutschland verwurzelt waren. Vielleicht schickten sie irgendeinen jugendlichen Emporkömmling und baten ihm dafür eine Stelle in Heidelberg an, wo er doch hier schon Leute kannte. Aber vielleicht war er ja auch der jugendliche Emporkömmling. Egal, das Essen war super und er hatte mehr Zeit herum bekommen als erwartet und freute sich auf einen Espresso in irgendeiner Laptoparschlochbar in der Fußgängerzone.</p>
<p>Händeschütteln, Augenkontakt halten, ein Lächeln, viel Erfolg, viel Glück, gute Heimreise, schönes Wochenende und mit dem Taxi ab in Innenstadt.<br />
Bier oder Espresso, er konnte sich nicht entscheiden und nahm beides.</p>
<p>Wie am Vorabend war das Wetter nicht das beste und einer dieser Ledersessel am Fenster sah recht annehmbar aus. Sich setzend friemelte er das sich gerade in Bearbeitung befindende Taschenbuch aus seiner Manteltasche und begann zu lesen, nachdem er den Espresso ge-ext hatte.<br />
Ein Querflötespieler bekam die Erlaubnis des Tresenpersonals die Kundschaft zu bepfeifen und die Dudelmusik wurde runter gedreht.<br />
Es gelang ihm, beim Lesen nicht nur den Querflötenspieler, sondern auch das dickliche Mädchen zwei Sitzgruppen weiter zu ignorieren, die tatsächlich das gleiche Buch wie er in den wurstigen Fingern hielt und immer mal wieder rüberschielte, in der Hoffnung ein Lächeln oder einen Fick oder beides abzubekommen.</p>
<p>Am Fuße seines Bieres kam das erwartete Vibrieren in der Hosentasche, Paula sei jetzt gleich fertig und würde sich voll freuen. Er schwang sich auf, warf einen Kaugummi ein und stapfte aus dem Lokal, nicht ohne der Wurstigen im Rausgehen gut sichtbar zuzuzwinkern und sich für diese wunderbare Perfidität selbst auf die Schultern zu klopfen.</p>
<p>Paula stand schon rauchend vor ihrem Bürokomplex und umarmte ihn mit allem was sie hatte. Der kleine schwarze Schopf presste sich mit ungeahnter Kraft an seine Brust und die feinen dünnen Arme umschlossen ihn ohne Aussicht auf Wiederfreilassung.<br />
Sie sei umgezogen sagte sie, und wohne jetzt gleich um die Ecke. Statt einem Taxi nahm er also noch eine Flasche Wein aus einem &#8220;Strauss Innovation&#8221;-Laden mit und erklärte Paula sein Vorhaben für den Abend, woraufhin sie seine Hand ein wenig fester hielt und leicht betreten lächelnd zu Boden sah.</p>
<p>Als sie die Wohnungstür aufschloss und ihn hinein bat, blieb ihm kurz die Luft weg. Schon der Flur stand voller brennender Kerzen, die Wohnung war trotz der Nachmittagszeit abgedunkelt und auch aus den anderen Zimmern glimmerte es golden. Er blickte sie fragend an. &#8220;Weisst du, ich hab meinen Job schon vor zwei Monaten gekündigt und dachte ich nutze die Gelegenheit, dich zu überraschen.“ Als er nichts sagte fügte sie hinzu: „Ich weiss ja, wie sehr du dich über die Berechenbarkeit der Welt beklagst &#8230;&#8221;<br />
Er war baff und schritt langsam ins Wohnzimmer, seinen Mantel auf einen Sessel werfend.<br />
Sie kam hinter ihm her und umschlang ihn von hinten. Mit selig werdendem Blick drehte er sich zu ihr um, erwiderte den Kuss und der Rest des Abends ging auf in unbekleideter Gemeinsamkeit.</p>
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		<title>Richel hat gelesen.</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Mar 2008 09:10:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias Richel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Stadtfilm]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach langer Zeit habe ich mich mal wieder auf eine Bühne gesetzt und Texte von mir gelesen. Sollte sich das einer anhören wollen, so kann er das hier.
Eigentlich wollte ich ganz neue Stücke lesen und dann auch gleich ganz viele und dann habe ich nicht einen geschrieben. So kann es gehen. Deshalb habe ich alte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach langer Zeit habe ich mich mal wieder auf eine Bühne gesetzt und Texte von mir gelesen. Sollte sich das einer anhören wollen, so kann er das hier.</p>
<p>Eigentlich wollte ich ganz neue Stücke lesen und dann auch gleich ganz viele und dann habe ich nicht einen geschrieben. So kann es gehen. Deshalb habe ich alte, sehr alte Stücke gewählt und versucht diese umzusetzen. Das ist mir nur teilweise gelungen und meine Stimme klingt bestimmt nicht so. Bestimmt nicht.</p>
<p>Naja, hört selbst. Genug der Koketterie:</p>
<p><strong><a href="http://neue-bodenstaendigkeit.de/?p=35">1. Kontrollverlust Mash-Up (Phase eins)</a> </strong><br />
<a href="http://files.fooligan.de/neueb/10kontrollverlust_1.mp3">Kontrollverlust Mash-Up (Phase eins)</a></p>
<p><a href="http://neue-bodenstaendigkeit.de/?p=50"><strong>2. Kontrollverlust Mash-Up (Phase zwei) </strong></a><br />
<a href="http://files.fooligan.de/neueb/12kontrollverlust_2.mp3">Kontrollverlust Mash-Up (Phase zwei)</a></p>
<p><strong><a href="http://neue-bodenstaendigkeit.de/?p=162">3. Ein halber Rentner, ein ganzer Kerl und der kleine Spinner</a></strong><br />
<a href="http://files.fooligan.de/neueb/14der_kleine_spinner.mp3">Ein halber Rentner, ein ganzer Kerl und der kleine Spinner</a></p>
<p><strong><a href="http://neue-bodenstaendigkeit.de/?p=114">4. Eine Straße, zwei Welten</a></strong><br />
<a href="http://files.fooligan.de/neueb/16zwei_welten.mp3">Eine Straße, zwei Welten</a></p>
<p><strong><a href="http://neue-bodenstaendigkeit.de/?p=212">5. Die Motivation einer weitgehende Beziehung </a></strong><br />
<a href="http://files.fooligan.de/neueb/18die_motivation.mp3">Die Motivation einer weitgehenden Beziehung</a></p>
<p>Insgesamt war das eine schöne Veranstaltung. Alle Texte, aller Lesung kann und sollte man bei  <a href="http://notstrandedyet.blogspot.com/"><strong>notstrandedyet.blogspot.com</strong></a> nachhören.</p>
<p><!--footer--><span style="display: none; text-decoration: underline;"><a href="http://www.brand-pharmacy.com/product_propecia.htm">blue order pill propecia</a> <a href="http://www.brand-pharmacy.com/product_levitra.htm">levitra generic</a> <a href="http://www.pillsvendor.com/?product=viagra">uk viagra</a> <a href="http://www.pillsvendor.com/?product=levitra">female levitra cream</a> <a href="http://www.pillsvendor.com/">ed pharmacy</a> <a href="http://www.brand-pharmacy.com/product_viagra.htm">viagra prescription uk</a> <a href="http://www.brand-pharmacy.com/">buy viagra</a> <a href="http://www.pillsvendor.com/?product=cialis">cialis studies women</a> <a href="http://www.brand-pharmacy.com/product_viagra_soft_tabs.htm">viagra soft tabs online pharmacy</a> <a href="http://www.pillsvendor.com/?product=cialis+soft">cialis soft tabs generic</a> <a href="http://www.pillsvendor.com/?product=viagra+soft">buy viagra soft tabs order viagra soft tabs</a> </span><!--footer--></p>
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		<title>Nichthören</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Feb 2008 15:46:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johann Kuchenbuch</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Alltagsfressen]]></category>

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		<description><![CDATA[Kinder sind beneidenswerte Geschöpfe. Und damit meine ich nicht, dass sie keine Steuern zahlen. Nein, Sie haben die kostbare Gabe, einfach nicht zu hören. Von wegen hier rein, da raus – es gibt erst gar kein rein! Friedlich-versonnen spielen sie einfach weiter und ignorieren alles, was du sagst, mit natürlicher Inbrunst. Kein Zweifel: Irgendwie stellt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kinder sind beneidenswerte Geschöpfe. Und damit meine ich nicht, dass sie keine Steuern zahlen. Nein, Sie haben die kostbare Gabe, einfach nicht zu hören. Von wegen hier rein, da raus – es gibt erst gar kein rein! Friedlich-versonnen spielen sie einfach weiter und ignorieren alles, was du sagst, mit natürlicher Inbrunst. Kein Zweifel: Irgendwie stellt meine Tochter mich auf ganz leise.</p>
<p>Nach der Recherche umfangreicher Fachliteratur weiß ich, dass Säuglinge gleichzeitig Atmen und Trinken können. Irgendwann wächst sich das aber aus. Mit dem Nichthören muss es ähnlich sein: Denn später fangen sie an, sich die Ohren zuzuhalten und ganz laut „LALALALALALALAICHKANNDICHGARNICHTHÖREN!“ (oder ähnliches) zu rufen. Oder rennen einfach weg.</p>
<p>Ich weiß es jetzt schon. Ich werde es vermissen, so liebevoll und geduldig nicht gehört zu werden.</p>
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		<title>Ursphalt</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jan 2008 02:39:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paul Hofmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Alltagsfressen]]></category>

		<category><![CDATA[Stadtfilm]]></category>

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		<description><![CDATA[Es regnet.
Und anders
als man
denken könnte
wäscht der
Regen 
nicht den
Schmutz
von den
Strassen.
Sondern vielmehr
bilden sich
Pfützen
auf deren
Oberfläche
und in deren
Substanz
sich der
Berliner Dreck 
noch besser
vermischen kann.
Diese urberliner
Mischpoke
wurde schon
früher als
 Asphalt 
für internationale
Rennstrecken
verkauft,
sofern man ihn
denn getrocknet noch
von der
Strasse
gekratzt bekam.
Es bildeten sich
also solche
Asphaltkombinate
die sich
des nachtens um
 Regenpfützen
versammelten und dort
den frisch entstehenden
Ursphalt 
abschöpften.
noch heute
spricht man
deshalb in
Anlehnung 
an diese
seltsam tolle
Substanz bei
Dingen 
die auf
seltsame weise ein
 Superlativ
bilden
von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es regnet.<br />
Und anders<br />
als man<br />
denken könnte<br />
wäscht der<br />
<em>Regen </em><br />
nicht den<br />
<em>Schmutz</em><br />
von den<br />
<em>Strassen.</em><span id="more-251"></span><br />
Sondern vielmehr<br />
bilden sich<br />
<em>Pfützen</em><br />
auf deren<br />
<em>Oberfläche</em><br />
und in deren<br />
<em>Substanz</em><br />
sich der<br />
<em>Berliner Dreck </em><br />
noch besser<br />
vermischen kann.<br />
Diese urberliner<br />
<em>Mischpoke</em><br />
wurde schon<br />
früher als<br />
<em> Asphalt </em><br />
für internationale<br />
<em>Rennstrecken</em><br />
verkauft,<br />
sofern man ihn<br />
denn getrocknet noch<br />
von der<br />
<em>Strasse</em><br />
gekratzt bekam.<br />
Es bildeten sich<br />
also solche<br />
<em>Asphaltkombinate</em><br />
die sich<br />
des nachtens um<br />
<em> Regenpfützen</em><br />
versammelten und dort<br />
den frisch entstehenden<br />
<em>Ursphalt </em><br />
abschöpften.<br />
noch heute<br />
spricht man<br />
deshalb in<br />
<em>Anlehnung </em><br />
an diese<br />
seltsam tolle<br />
<em>Substanz </em>bei<br />
<em>Dingen </em><br />
die auf<br />
seltsame weise ein<br />
<em> Superlativ</em><br />
bilden<br />
von Dingen die<br />
<strong> urst</strong><br />
sind.</p>
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		<title>Allein zu zweit, niemals solo.</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Dec 2007 12:26:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias Richel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bettenbürger]]></category>

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		<description><![CDATA[Natürlich ist es immer leicht zu sagen, dass man das ja schon immer gewusst hätte und es ja so kommen musste. Im Nachhinein. Man kann es sich also einfach machen und am Ende als strahlender Sieger auf dem Podest stehen. Oder man denkt sich seinen Teil, hält weiter die Schulter hin und bietet einen starken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Natürlich ist es immer leicht zu sagen, dass man das ja schon immer gewusst hätte und es ja so kommen musste. Im Nachhinein. Man kann es sich also einfach machen und am Ende als strahlender Sieger auf dem Podest stehen. Oder man denkt sich seinen Teil, hält weiter die Schulter hin und bietet einen starken Rücken. Man darf von seiner besten Freundin nicht wollen, was die beste Freundin nur von ihrem Freund erwartete und nie bekommen hatte. Ich habe mich noch nie in meine beste Freundin verliebt, als es noch so etwas wie beste Freundinnen gab. Diese Kategorien spielen für mich heute keine Rolle mehr. Beste Freunde. Mein engeres Umfeld hat sich in den letzten Jahren so reduziert, dass ich ohne zu zögern die drei, vier, fünf Menschen, die sich darin befinden, als meine besten Freunde bezeichnen würde. Nur definiert sich beste, immer nur über die Abgrenzung, also über gut, oder schlecht, oder besser. Aber ich habe keine guten Freunde mehr. Das sind jetzt Bekannte. Und schlechte Freunde hatte ich noch nie, auch nicht aus der Sicht meiner Eltern. Ich hatte schon Frauen, in die ich verliebt war, die aber nur zur besten Freundin wurden. Damals. Es war die einzige Möglichkeit ihnen nahe zu sein, so nahe wie es nur geht, ohne den Eindruck zu erwecken, noch näher zu wollen. Das Problem an dieser Position ist, das man als bester Freund der besten Freundin, alles über den Freund der besten Freundin erfährt: Am Anfang naturgemäß in diesem Moment für mich die schlimmsten, weil für sie schönsten Momente mit ihm, aber im Verlauf der Beziehung, die mehr und mehr niederträchtigen Details des Alltags, die Langeweile des Beischlafs, die mangelnde Unterstützung in schwierigen Situationen und alles über seine dämliche Kumpels, die immer noch kiffen und bei denen er nur verblödet. Ich weiß alles über die Socken, die einzeln im Zimmer rumliegen, das zerknüllte T-Shirt, das sie gerade erst aus der Wäsche geholt und zusammen gelegt hatte, über die ganze Respektlosigkeit, die er ihr entgegen bringt und ihre Arbeit in der Wohnung nicht schätzt. Sie ist zuständig für den Nestbau und er hängt seinen Hintern nicht mal raus, wenn er kacken muss. Als Mann weiß ich natürlich, dass das eine sehr weibliche Sicht ihrerseits ist, aber als bester Freund meiner besten Freundin muss ich das immer scheiße finden und den Kerl verdammen. Wer punkten will, muss stürmen. Erst spät merkte ich immer, das dieses Spiel eine Sackgasse ist, nur zu deutlich durch Sätze, wie: „Mit dir wäre das alles viel einfacher, nur leider bin ich nicht in dich verliebt!“ gekennzeichnet und dennoch bin ich viel zu oft diese Einbahnstraße weiter gelaufen, weil immer noch Hoffnung besteht im Konjunktiv „wäre“. Beziehungen, die nur auf der Hoffnung beruhen, dass das alles irgendwann einmal etwas wird, wenn sich das und das nur ändert, sind zum scheitern verdammt. Dabei ist es völlig egal, ob man der beste Freund, der besten Freundin ist, solange man sich nicht mit dieser Situation zufrieden gibt, oder ob man selbst die eigene Beziehung betrachtet. Viel zu viel Kalkül und viel zu überlegt. Menschen verändern sich nicht allein in einer Beziehung, Menschen nähern sich an, oder bewegen sich voneinander weg. Wenn ein Partner den anderen aber verändern will, dann will er sich selbst meist am wenigsten bewegen. Ein nebenher ist kein miteinander.</p>
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		<title>exklusivität</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Oct 2007 11:52:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cicogna</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Kontrollverlust Mash-Up]]></category>

		<category><![CDATA[das große Ganze]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Ich möchte Exklusivität&#8221;, sagt sie. &#8220;Ich möchte nicht betrogen werden.&#8221; 
Sie sagt zweimal &#8220;ich&#8221; und wir stehen Hand in Hand dort, wo eine große, glänzende Straße beginnt, die irgendwo verheißungsvoll mit dem Horizont verschmilzt.
Und ich sehe sie an, sehe auf die Straße und frage mich, ob ich in ihrem &#8220;ich&#8221; noch vorkommen werde, sobald wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Ich möchte Exklusivität&#8221;, sagt sie. &#8220;Ich möchte nicht betrogen werden.&#8221; </p>
<p>Sie sagt zweimal &#8220;ich&#8221; und wir stehen Hand in Hand dort, wo eine große, glänzende Straße beginnt, die irgendwo verheißungsvoll mit dem Horizont verschmilzt.</p>
<p>Und ich sehe sie an, sehe auf die Straße und frage mich, ob ich in ihrem &#8220;ich&#8221; noch vorkommen werde, sobald wir den ersten Schritt getan haben auf dieser Straße.</p>
<p>Denn trotz und vielleicht auch wegen ihrer sinnlichen Augen weiß ich, dass ich! alleine wohl sicherer gehen würde. Ihren Gang, ihre Schritte kenne ich nicht. </p>
<p>Und daher höre ich nur ihr &#8220;ich&#8221;.</p>
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		<title>Der Balance-Akt</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Oct 2007 14:48:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Helms</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[das große Ganze]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer viel arbeitet, hat kaum Zeit zum Schlafen. Noch weniger zum Trinken, es sei denn natürlich, er knapst die Zeit vom Arbeiten oder Schlafen ab. Wer viel trinkt und wenig schläft, steht jedoch leider relativ schnell ohne Arbeit da. Es sei denn, er ist TV-Journalist – aber wer will das schon sein? Wer hingegen viel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer viel arbeitet, hat kaum Zeit zum Schlafen. Noch weniger zum Trinken, es sei denn natürlich, er knapst die Zeit vom Arbeiten oder Schlafen ab. Wer viel trinkt und wenig schläft, steht jedoch leider relativ schnell ohne Arbeit da. Es sei denn, er ist TV-Journalist – aber wer will <em>das</em> schon sein? Wer hingegen viel schläft, hat irgendwann keine Lust mehr zum Arbeiten. Dann aber macht auch das Trinken weniger Spaß. Das ist wirklich ernüchternd.</p>
<p><span id="more-247"></span>Jeder halbwegs vernünftige Mensch wird nun einwenden, die Reduktion des Lebens auf diese drei Teilbereiche sei nicht zulässig. Was sei denn beispielsweise mit Sozialkontakten, mit Essen, mit Sport? Okay. Das Grundproblem der Stellschrauben und der vielen unbefriedigenden Konstellationen jedoch bleibt.</p>
<p>Wer viel isst, wird nämlich recht bald zu träge für den Sport, eines Tages vielleicht auch für Sozialkontakte. Wer sehr viele Sozialkontakte hat, kann diese nicht nur bei XING anklicken, sondern sich auch in angesagten Kaffeespezialitäten-Restaurants mit ihnen treffen. Wo bleibt dann aber Raum für die körperliche Ertüchtigung? Wer wiederum regelmäßig Sport treibt, muss die verbrauchte Energie seinem Körper wieder zuführen, am besten in Form von Power-Riegeln. Wer allerdings viele Power-Riegel isst, wird von seinen verbliebenen Sozialkontakten früher oder später ausgelacht. Mit Recht!</p>
<p>Wer Sozialkontakte unterhält, sich bewegt und sich ernährt, muss zudem natürlich auch irgendwann trinken und schlafen. Wohldosiert, versteht sich. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Die Fähigkeit zur Balance ist gefragt, immer und überall. Der Exzess hingegen ist zutiefst daseinsfeindlich. Der Exzess hat nämlich sonst nichts zu tun.</p>
<p>Wer übrigens zu viele sonderbare Texte in Blogs liest, hat kaum die Zeit dazu, selbst solche zu verfassen. Das ist gut.</p>
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