Das Besondere im Alltag
Das gibts doch nicht.
Die Leute in der U-Bahn sind gelangweilt. Dabei gibts doch so viel zu sehen. Ich beobachte sie. Weiterlesen »
Lisa Anders
Nachts im Kopf
Es ist spät geworden. Ich hatte mich doch eigentlich beeilen wollen. Nun ist es wieder 10.00 Uhr geworden. Ich bräuchte 48 Stunden am Tag. 24 Stunden reichen nicht. Man könnte soviel tun. Freunde anrufen, die man schon lang nicht mehr gesehen hat, und fast schon vergessen. Ich könnte meine ganzen Arbeiten auf einmal erledigen. Dann noch meinen 10-stündigen Schlaf, mir Zeit lassen beim Anziehen, Essen, Zähne putzen, ein bischen trödeln… Ich war so in meine Gedanken versunken, dass ich gar nicht merkte, wohin ich lief. Weiterlesen »
Lisa Anders
Winterevening In The City
I watched the people,
Going through the houses
On a cold and wet evening. Weiterlesen »
Lisa Anders
Die bessere Welt und die Wirklichkeit
Es gibt keine Bessere Welt. Es gibt die Wirklichkeit. Weiterlesen »
Gerapothneskop
Richten
Wo immer ein Zweck statt die Liebe, die schaffende,
die sich selber über ihren Werken vergisst und die Weiterlesen »
Gerapothneskop
Der grosse Krieger - und die grosse weise Mutter
Der grosse Krieger ist der wahre.
Er kämpft nicht im Zorn
und nicht aus Hass.
Gerapothneskop
Die Wahrheit und ihre Kinder
Die Wahrheit und ihre Kinder sind Lebewesen. Entsprechendes Schicksal erfahren sie.
Nicht alle Kinder der Wahrheit haben denselben Vater. (Hypothesen, Prämissen, Theorieen, Lehren, Dogmen, Doktrinen, Modelle, Systeme, Wissen). Alle sind sie aber, trotz der Unsterblichkeit ihrer Mutter, sterblich, auch die von einem unsterblichen Vater gezeugten. Unsterblichkeit ist nicht genetisch bedingt, sie ist in keiner Weise bedingt. Sie ist.
Die Väter sind unterschiedlichsten Geistes und geistigen Ranges bzw. Horizontes.
Gerapothneskop
Irrtum über “Sinn und Wert”
“Wert” ist aus Gewordenem und dessen Spuren und Unrat
Gewordenes und Geformtes
und hat Bedeutung nur für abermals Geformtes.
Gerapothneskop
business as usual - ein Albtraum , geweiht der Göttin Routine
Ich bin normal .
Gerade führe ich ein ganz normales Gespräch mit meinem Arbeitskollegen ; er befragt mich zu einem außergewöhnlichen Vorfall , aber mit außergewöhnlichen Dingen hab ich leider selten was am Hut , denn ich bin normal und im Zweifelsfall nicht dafür zuständig . Weiterlesen »
MarqueRegnier
Bessere Zeiten
Nur die Ruhe .
Nur Geduld .
Nur noch ein Mal pressen .
9 lange Monate wartete ich darauf , das legendäre Licht der Welt zu erblicken , welches sich letztlich als staubige Deckenleuchte entpuppte . Weiterlesen »
MarqueRegnier
Kapitel 2, vielleicht
Vor einer Weile habe ich hier das erste Kapitel einer kleinen Geschichte aufgeschrieben, welches auf milden Zuspruch stieß. Um mich selbst bezüglich des Weiterschreibens (erst drei Kapitel »fertig«) ein wenig unter Druck zu setzen, ist hier das zweite:
Huber verbrachte viel Zeit im Internet. Früher hatte er seinen Computer nur als Schreibmaschine benutzt. Heute war er am PC fitter als die meisten von den Büromäusen auf dem Amt, die sich für Expertinnen hielten, nur weil sie mal ein Office-Seminar besucht und dort ein Teilnahmezertifikat erhalten hatten. „Hase, es wäre toll, wenn Du nur halb so gut mit dem Computer umgehen könntest wie mit dem Eyeliner“, traute er sich manchmal zu denken, wenn eine der Damen mal wieder prahlte, was für ein total romantisches Video sie vom ersten gemeinsamen Urlaub mit ihrem Freund zusammengeklickt und ins Internet hochgeladen hatte. „My heart will go on“ als Soundtrack, Panflötenversion, wie gräßlich. Dabei waren die Pias, Vanessas und Danielas mehrheitlich nicht mal in der Lage, einen Serienbrief zu erstellen. Huber schon. Früher hatte er abends nach der Tagesschau Kreuzworträtsel gelöst, inzwischen korrigierte er abends Rechtschreibfehler in der Wikipedia. So war es auch, als Peters bei ihm klingelte.
Wenn Huber eines nicht ausstehen konnte, dann war es eine Unterbrechung seiner abendlichen Rituale. Entsprechend ungehalten fuhr er Peters an: „Was fällt Ihnen ein, hier so spät aufzutauchen? Es mag zwar sein, dass es in Ihrer Branche üblich ist, abends bei fremden Leuten vor der Tür herumzulungern, aber hier im Haus verbitte ich mir das.“ Nachdem er die Tür zugeschlagen und die Sicherungskette wieder eingehängt hatte, fragte Huber sich, ob er gerade vielleicht ein bisschen zu weit gegangen war. Der Nachbar hatte schließlich noch nie vor seiner Wohnung gestanden und heute auch ziemlich schlecht ausgesehen. Huber hatte ihn nicht einmal zu Wort kommen lassen.
Peters wusste nicht, wie ihm geschah. Das lag nicht nur an dem Bourbon, der sich bis vor wenigen Minuten noch in der angebrochenen Flasche befunden und nun maßgeblichen Anteil an seiner Blutalkoholkonzentration hatte. Er war auch von der schroffen Reaktion des Nachbarn auf sein abendliches Erscheinen erschrocken. Vor allem aber war ihm nicht klar, was er überhaupt dort an der Wohnungstür des Langweilers zu suchen hatte. Huber war doch wohl der letzte, der ihm helfen konnte. Der jedoch gab seinem Herzen einen Ruck und öffnete die Tür wieder. „Na kommen Sie halt rein“, bat Huber den betrunkenen Nachbarn zu sich in die Wohnung. „Aber lassen Sie Ihre Schuhe draußen und machen Sie die Zigarette aus.“
Kurz darauf hatte Huber Peters am Küchentisch platziert. Sie schwiegen sich eine Weile an, bevor Peters meinte, er wolle nicht länger alleine sein. „Hier können Sie nicht bleiben“, entgegnete Huber. Der Versicherungsmann gab zu verstehen, dass er das auch nicht so gemeint hätte. „Ich will eine Frau.“ „Vielleicht hätten Sie dann besser drüben bei der WG geklingelt. Die Sportstudentinnen können Sie mit dem Cabrio und Ihren Designeranzügen sicherlich beeindrucken.“ Peters wollte etwas schlagfertiges entgegnen, ihm fiel aber nichts ein. Wenn er – soweit sein Zustand es zuließ – genau überlegte, musste er dem Langweiler nichts beweisen. Und die Anzüge waren aus dem Kaufhaus oder im Internet ersteigert, aber das ging sein Gegenüber nichts an.
Die Lage war ernst. Peters hatte am frühen Abend erkannt, dass er nicht einsam sterben möchte, später, in vielen Jahren, wenn es an der Zeit wäre. Er müsste sich aber doch schon jetzt in jüngeren Jahren um eine Frau bemühen, die bisherigen Anstrengungen allerdings waren vergebens, obwohl er doch eine gute Partie war. Oder nicht? Eben diese Frage hatte ihn zur Reflektion über sich und seine Kumpels geführt, mit dem Ergebnis, dass sie allesamt nicht die tollen Hechte waren, für die gehalten zu werden sie immer hofften. Vermutlich lachte die Frauenwelt über Kerle wie sie. Die Männerwelt vielleicht auch, aber das war nicht so schlimm, die Typen sind ja doch nur neidisch. Das konnte er sich in seinem Kummer noch einreden, aber da war der Bourbon auch schon alle.
Nun war er bei Huber am Küchentisch gelandet und blieb diesem eine witzige Antwort auf die Studentinnenbemerkung schuldig. Die beiden schwiegen sich wieder an. Erst als Huber die Flasche mit dem Himbeergeist hervorholte und großzügig ausschenkte, kam Schwung in die Konversation.
bademeister
Lion King - Der Löwe
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Ein gefundenes Fressen ./. Der Beobachtereffekt
Geifernd, sabbernd, das Gerät in der Hand stehen Sie da. Nichts tuend, nur gaffend, ihre Arbeit über das Wohl anderer stellend. Professionelles Beobachten, fotografieren und abbilden. Elend zeigen. Tote zeigen. Sterbende zeigen. Gewalttaten zeigen. Gestellte Taten zeigen. Die Bilder anpassen, das Bild der eigenen Botschaft anpassen. Wer keine Botschaft hat, der malt sich eine.
Nippel zeigen, Muschis zeigen, Titten zeigen. Zoomen, drehen, schießen. Verfolgen und hoffen, Verfehlungen zeigen, der öffentliche Pranger. Und was nicht passt, wird passend gemacht. Geht doch. Retusche und Komposition. Die Wichsvorlage der Zukunft: Die Tageszeitung, das Frühstücksfernsehen.
Wenn es eine Möglichkeit gibt, gebrochene Leben zu fragmentieren, man nutzt sie. Die eigene Geilheit, besser zu sein, moralischer? Wer bestimmt Moral und wie moralisch ist es, solche Menschen noch weiter an den Abgrund zu drängen um selbst noch moralischer zu wirken?
Geh sterben, Gesellschaft. Oder was noch übrig ist.
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