Kontrollverlust Mash-Up | Phase drei. Wie mir mal ein Nazi den Arsch versohlte.

Szenen einer Nähe

Seltsam ineinander verknotet hängen wir auf dem Sofa. Niemals würde man auf diese Art bei IKEA ein Sitzmöbel testen. Im Fernsehen findet sich der Kanzler lobenswert. Sie döst. Immer, wenn sie schläft, lächelt sie wie ein Faultier nach vollbrachtem Tagwerk. Aber noch gibt es Lebenszeichen. Von Zeit zu Zeit werden Körperteile hingestreckt, die es nach einem genau beigebrachten Ritus zu streicheln gilt. Ich rieche an der Stelle im Nacken, wo die Kopfhaare zu Flausch werden, der in zarter Linie die Wirbelsäule hinunterhuscht. Ich erinnere mich daran, wie es war, diesen Geruch das erste Mal wahrzunehmen, als ich auf dem Gepäckträger ihres Fahrrads saß und ihr Haar vom Fahrtwind hochgehoben wurde.

Ich habe den Duft klüger konserviert als Grenouille. Ich merke an einem Zucken ihres Blasenmuskels, dass sie Pipi machen muss. Ich räume wortlos den Weg. Als sie wiederkommt, schimpfe ich über Schröder. Sie krault meinen Kopf und Schröder wird mir egal. Wir geben uns sinnbefreite Kosenamen. Hasenspaß. Schlumpfgefahr. Ich erfreue mich an ihrem fetten Po. Denn ihr Po: die architektonische Meisterleistung Gottes. Nie war so viel Rundheit auf einer so winzigen Fläche. Sie lächelt. Jetzt schläft sie.

3 Responses to “Szenen einer Nähe”

  1. kaweechelchen Says:

    Wo zuckt den der Blasenmuskel?
    Abgesehen davon ist das wirklich eine hübsche Geschichte, die ich eigentlich nicht lesen darf, sonst werde ich sentimental…

  2. kaweechelchen Says:

    “denn” meinte ich natürlich

  3. MC Winkel Says:

    :)

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