Sloth
Es ist nicht, dass er nicht wüsste
was zu tun wäre.
Es ist eher, dass er nicht weiss
was nicht zu tun ist.
Es ist nicht, dass er keine Sorgen hätte
wie sie jedermann hat.
Eher ist es, dass er sich keine neuen macht
- wie soviele.
Er - lebt halt so.
Und Tag für Tag ist ein Tag ist ein Tag.
Tage haben Enden.
Und immer beginnt danach ein neuer.
Den minimalsten Aufwand betreibend
pflegt und schlägt er Brücken.
Brücken in warme Nester,
die er zwischen zwei Tagen zu beschreiten weiss.
Es ist nicht, dass er nicht wüsste
was Liebe ist.
Eher ist es, dass er nicht weiss
wohin denn damit.
Es ist nicht, dass er keine Ängste hätte
in Momenten der selbsterkennenden Klarheit.
Es ist eher, dass er sich sicher fühlt
mit dem was er tut.
Er - ist halt so.
Und Fragen anderer können ihn nicht aufhalten.
Aufhalten kann er lediglich sich selbst.
Und das tut er - mit einigem Geschick.
Bleifuß auf der Produktionsbremse
erledigt er seine Arbeiten.
Arbeiten in sanften Schößen,
deren handhautschonende Art er zu schätzen weiss.
Es ist nicht, dass er nicht wüsste
was Pflichtbewusstsein wäre.
Es ist eher, dass er weiss
wie man die Pflicht auf kleiner Flamme kocht.
Es ist nicht, dass er sich für nichts
interessieren würde.
Eher ist es, dass er nicht weiss
wofür nicht.
Und so teilt er sich auf.
Die großen Ziele zeitlich fern gesteckt,
zwischen Nestwärme, Niedrigfrequenzproduktion,
pflegt was zu pflegen ist und grüßt stets freundlich.
Es ist nicht, dass er nicht glücklich wäre
oder erfüllt.
Eher ist es, dass er sich das Glück
mit seiner Jugend kauft.
Denn wenn er mal älter ist,
dann geht das alles so nicht mehr.

August 30th, 2007 at 12:29
Welch gelungener Gebrauch der menschlichen Sprache. Ich habe mich in dem Geschriebenen sofort wiedergefunden. Bestens praktiziert. Es ist schon erstaunlich, wie man auf die eine oder andere Art treffende Personenbeschreibungen realisieren kann. Dank an dieser Stelle dem Autor, denn es hat gut getan, sich einmal von anderen beschrieben zu sehen, denn selbst kann man es so gut wie nicht real.
Vielleicht motiviert mich dies Gelesene dazu, endlich auch einmal etwas von mir zu geben, zumal ich dieses im herkömmlichen Briefeschreiben in vergangener Zeit massiv realisiert habe. Heute fehlt mir dazu die Motivation bzw. es ist kein echter Sinn drin zu sehen oder ich sehe ihn nicht bzw. verfüge nicht mehr über die Möglichkeiten, denn Sinn zu sehen.
Dezember 14th, 2007 at 11:32
Hallo,
ersteinmal möchte ich mich dafür entschuldigen, dass dieser eintrag nun nicht viel mit den gedichten zutun hat, sondern mehr mit der person die sie geschrieben hat und damit schon immer mein herz zum lächeln gebracht hat…ich mein dich paul.
ich vermisse meinen besten freund und würde gerne mal wieder was von ihm sehen und hören…also wenn du intresse hast, meine mailaddy haste ja nun…vermiss dich!
bitte melde dich bei mir
deine marina